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Wikipedia als Profanation  
01:36pm 08/01/2010
 
 
leon_tsvasman
Trotz des guten Vorwands entpuppt sich Wikipedia zunehmend als eine cyberokratische Einrichtung, die in der aktuellen Form weder frei noch wirklich offen sein kann, und das nicht, weil sie ungeprüfte AutorInnen zulässt, die sich tätig beweisen müssen (der Ansatz ist sehr legitim und durchaus fördernd), sondern weil ihre Praxis auf der Grundlage von restriktiven Absprachen unter einem durch bestimmtes Verhaltensprofil gezeichneten Personenkreis (geltungsangetriebene Cyberfreaks) verwaltet wird, der keine offene Selbstregulation verkörpern kann, sondern eine Form von psychosozialer Gesinnungsgenossenschaft bildet, die eine gute Idee zur Profanation macht. Schlimm ist, dass diese als freie Enzyklopädie noch keine Konkurrenz kennt.
mood: awakeawake
 
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Die Dunkle Sonne (Auszug aus dem 1.Kapitel)  
02:50pm 05/10/2009
 
 
leon_tsvasman
http://dunklesonne.blogspot.com/

music: Axel Beacker und Torsten Ulke
 
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"Was ist unser Zeitgeist?" jetzt als Video ONLINE  
12:38pm 29/11/2008
 
 
leon_tsvasman
"Was ist unser Zeitgeist?" von Leon Tsvasman
gelesen von Axel Becker:

http://cafe-podcast.de/video.php?v=6bac38a1beec00b19d5b2f9fce0c44aa

"Was ist unser Zeitgeist?"
Quicktime H.264 720x576
TV-Format PAL DV | 4:3 / u.U. lange Ladezeit
Filesize: 693.84 MB
Release: 27.11.2008 23:42

LEON TSVASMANS Werk
gelesen von AXEL BECKER

In seiner Malerei und Lyrik sonst zur eschatologischen Ästhetik (Gedichtband "Horror Vacui" 1986) und in Belletristik - zum düsteren Humor geneigt (Novelle "Die Sabotage" 2000), wird LEON TSVASMAN, fundamentaler Medienphilosoph russischer Herkunft, heute ernst: In seinem metaphorischen FAQ zur Lage der Zivilisation klärt er Wahrheitssuchende über das Wesen der menschlichen Wirklichkeit und über das Trauma und das Missverständnis im Prinzip der menschenfeindlichen Geltungsgesellschaft auf. Es geht auch um Homo Genius, seine Lebensenergie, um autonome Orientierung, die Folgen der Eiszeit und das systemische Vampirismus. Im Gegensatz zu den meisten Lehren der Postmoderne bietet das metaphilosophische Entwurf eine echte humanistische Vision an - die "Wirklichkeit der Liebe", die im Gegensatz zur etablierten "Wirklichkeit des Flow" neue Chancen eröffnet, und ein faszinierendes Menschenbild dazu... (café-podcast.de)

Aus den bisherigen Kritiken:

„Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus.“ (Lao-Tse)

Ausgerechnet ein von den akademischen Intrigen verschonter Querdenker erklärt uns in einem verhältnismäßig winzigen philosophischen Werk von knapp dutzend Seiten die Welt so wie sie kein anderer erklären konnte. Eine aphoristische Präzision, die beinahe in jedem Satz ein Aha-Erlebnis hervorruft, zeugt auf die Denkarbeit von Format, Durchblick und der einleuchtenden Bedeutsamkeit alter Meister.

Mit inspirierender Leichtigkeit und ohne die verspielte Arroganz eines modernen Wissensverwalters, begründet der leidenschaftliche Denker einen Versuch, dessen Dichte keine Explikation braucht.

Ausgerechnet als eine multimediale Aufführung - von dem Profidarsteller Axel Becker meisterhaft rezitiert - publiziert Dr. Leon Tsvasman ein Text, in dem ein Fundus steckt, das Potenzial dazu hätte, einem Wahrheitssuchenden die Gewissheit zu geben.

„Was ist unser Zeitgeist?“ ist dialogisch aufgebaut, womit eine Art „FAQ zur Lage der Zivilisation“ entsteht. Der sprachkritische Autor bangt nicht um die Glaubwürdigkeit seiner Worte, sondern um jene Wahrhaftigkeit, die jedem aufmerksamen Leser eine Ahnung verspricht.

Trotz der virtuos anmutenden Finalität bleibt der Text auch für weitere Autorenversionen offen. In seiner Authentizität spiegelt sich das fast sakral anmutende Gebot des Denkers, sich Abstand von eigenen Werken zu nehmen, damit sie nicht zu Geltungen werden, jenem „Übel der Zeit“, der mittlerweile unsere Wirklichkeit beherrscht.

Abgesehen seiner Authentizität versöhnt der Entwurf mehrere weltanschauliche Denkstrukturen, die mit aktuellen Erkenntnissen vieler Disziplinen (Gehirnforschung, Psycholinguistik, Anthropologie, System-, Kultur- und Kommunikationstheorien) vereinbar sind, auch jener, die man in der abendländischen Kultur traditionsgemäß mit „Ismen“ schmückt, wie etwa der radikal-konstruktivistischen Erkenntnistheorie, aber auch im weitesten Sinne mystische Elemente.




 
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Was ist unser Zeitgeist? Die Autoren-Lesung von Leon Tsvasman im café-podcast.de  
11:14pm 24/10/2008
 
 
leon_tsvasman
"Immer weniger Menschen scheinen unsere gemeinsame Lebenswelt zu verstehen. Und nur wenige geben sich Mühe, sie zu erklären. Dr. Leon Tsvasman tut es. Wer sich selbständig orientiere, sagt der Wirklichkeitsforscher, beherrsche stets die relative Wahrheit und lasse seine Welt nicht manipulieren. Der aus Russland stammender Querdenker bangt deshalb nicht um Glaubwürdigkeit, er regt es lediglich an, kurz anzuhalten, sich umzuschauen, zu Ende zu denken. In dem Essay geht es unter anderem um eine bessere Welt der Menschen, die sich nicht über die Werte definieren, die sie in Geltungen anlegen, sondern real über ihr eigenes Potenzial, das wertvollste, was ein Mensch hat." (R. M. Gassen)

http://www.cafe-podcast.de/video.php?v=2f2c3bf8c33cb169c7808e76a4317a22

In seiner Malerei und Lyrik sonst zur eschatologischen Ästhetik (Gedichtband "Horror Vacui" 1986) und in Belletristik - zum düsteren Humor geneigt (Novelle "Die Sabotage" 2000), wird Leon Tsvasman, fundamentaler Medienphilosoph russischer Herkunft, heute ernst: In seinem metaphorischen FAQ zur Lage der Zivilisation klärt er Wahrheitssuchende über das Wesen der menschlichen Wirklichkeit und über das Trauma und das Missverständnis im Prinzip der menschenfeindlichen Geltungsgesellschaft auf. Es geht auch um Homo Genius, seine Lebensenergie, um autonome Orientierung, die Folgen der Eiszeit und das systemische Vampirismus. Im Gegensatz zu den meisten Lehren der Postmoderne bietet das metaphilosophische Entwurf eine echte humanistische Vision an - die "Wirklichkeit der Liebe", die im Gegensatz zur etablierten "Wirklichkeit des Flow" neue Chancen eröffnet, und ein faszinierendes Menschenbild dazu... (café-podcast.de)
 
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Die Welt als Geltung (Skizze 1.0)  
11:35am 19/08/2008
 
 
leon_tsvasman
1. Wir gestalten, also sind wir

[Ohne die menschliche Wirklichkeit gäbe es keine Menschen]

Der Mensch verkörpert seine Lebenswelt, indem er Lebensräume verwirklicht.

Kommentar: Die Wirklichkeit der Menschen ist die Welt der Räume, die als Lebensräume verwirklicht werden. Ein Lebensraum setzt menschliche Körperlichkeit fort, indem er den körperlichen Antrieb gemeinsam gestaltender Menschen kumuliert. Die Dinge werden als kumulative Lebensräume verwirklicht und gelten insofern als wirklich, als sie als solche (im sinne fortgesetzter Körperlichkeit) nachhaltig verortet werden.

[Verwirklicht werden Geltungen]

Handelt man gemeinsam nach Abmachungen, bevor sie verworfen werden, werden diese über die herkömmlichen Abmachungen unterschieden.
Beachtet man Unterscheidungen, indem man nach ihnen handelt, werden sie nicht mehr verworfen. Man orientiert sich an Geltungen.
Verwirft man Unterscheidungen, indem man handelt, orientiert man sich autonom.

2. Zivilisation als Orientierungshaltung

[Der Mensch unterhält Geltungen]

Die Lebenswelten verorten Orientierungshandlungen.

Zivilisationen entstehen, wenn Orientierungshaltungen verortet werden.
Wenn Geltungen verortet werden, hält man sie für wirklich*. Man unterhält Geltungen, indem man nach ihnen handelt, ohne sie zu verwerfen (Geltungsorientierung).
Hält man Menschen für wirklich, werden Subjekte verortet, die Geltungen verwerfen, indem sie sich orientieren (Subjektorientierung).

*Dabei heißt „wirklich sein“ – gestalten dürfen, Potenzial haben. Meistens befinden sich die beiden Haltungen in einem Gleichgewicht.

[Kulturen]

Das Gleichgewicht der Orientierungshaltungen wird in Orientierunssystemen ausgetragen, die wir Kulturen nennen, sofern man sich man sich an Geltungen orientiert, wobei (subjektfeindliche) Geltungssysteme unterhalten werden. Orientiert man sich an Subjekte, die sich autonom orientieren, konsolidieren sich (systemfreie) Subjektwelten.

[System verkörpert sich, indem sie einen Fremdantrieb verortet…]

Aus der Verkörperung von Verfahren, die Energiequellen zu sichern, entstehen Systeme. Sie erschließen Energien, indem sie die nachhaltige Verkörperung der exemplarischen Energiequellen durch ihre Verortung absichern, um ihnen die „überschüssige“ Energie abzuleiten. Systeme verkörpern sich somit über Zeiträume, die sie mit überschüssiger Energie verwirklichen, die sie nutzen, wenn sie die Energiequellen in Zeiträumen sichern.

Alles, was raumzeitlich begrenzt ist und einen eigenen Antrieb hat, ist ein System, sofern es in der Lage ist, seine Integrität durch die Sicherung seines Lebensraums autonom wieder herzustellen. Die Zelle nutzt die Energie der Spaltung, indem sie sie domestiziert. Systeme sind Verkörperungsverfahren, die als Energienutzungsverfahren erkennbar sind.

[Die Wahrheit des Gewissens]

Wer sich an Geltungen orientiert, hält das Wissen für wahr, wer Subjekte gestalten lässt - das Gewissen. Das Wissen gestaltet, indem es gilt, Subjekte – indem sie sich autonom orientieren. In beiden Fällen liefern die Menschen den biosozialen Antrieb. Im ersten unterhalten sie Organisationen, die Geltungen züchten, im zweiten – Subjekte, die eigene Urteilsfähigkeit.

[Wer sich verwandelt, verfügt…]

Wer gestaltet - existiert, wer sich autonom orientiert – erkennt und kann urteilen. Wer sich verwandeln kann, solange die anderen konstant bleiben, kann über sie verfügen. Verwandeln sich Systeme, so können sie über Subjekte verfügen und Geltungen über die Menschen. Verwandeln sich Subjekte, so verfügen sie über Geltungen, indem sie sie verwerfen.

2. Wenn der Gleichgewicht kippt…

[Die Wirklichkeit des Nutzens ist die Lebenswelt der Geltungen]

In einer Geltungswirklichkeit herrschen Regeln, und – solange der Antrieb stimmt - werden die Geltungen zu Systemen, indem sie sich verselbständigen. Autonome Systeme erzeugen Sinn, indem sie die Menschen orientieren. Wer orientiert wird, verbraucht keine Lebenskraft dafür, sich selbst zu orientieren, aber dafür, die Geltungssysteme zu unterhalten.

[Wer Sinn erzeugt gestaltet, wer ihn konsumiert – liefert Energie]

Wer Sinn erzeugt, orientiert sich, kann urteilen und erzeugt Geltungen, wer Sinn konsumiert, kann lediglich „wissen“ oder „nicht wissen“. Ambivalenz der Orientierung befreit, Binarität des Wissens versklavt. Wer Sinn erzeugt, gestaltet, wer Sinn konsumiert – liefert Energie.

Das Sinnmonopol der Geltungssysteme entwürdigt Menschen, indem sie sie zu biologischen Antriebslieferanten macht. So werden Geltungen zu Potenzialträgern und urteilsfähige Menschen (Subjekte) unnutz.

[Wenn Geltungen gestalten, wird Macht erzeugt]

Menschen erleben und können erfahren, Geltungen werden erlebt und erfahren nicht. Wenn Geltungen gestalten, erfahren Menschen die Macht. Potenzialfähigkeit der Geltungen wird von urteilsfähigen Subjekten als Zwang erlebt, von subjektlosen Personen – als Pflicht.

Systeme bilden Geltungen aus, die ihnen Antrieb sichern. Ihre Berechtigung ist Nutzen. Solche Geltungen werden von Menschen als Wissen erfahren.

[Die Wirklichkeit der Liebe ist die Lebenswelt der Menschen]

In einer Menschenwirklichkeit herrschen Subjekte, die sich autonom orientieren. Sie bilden Orientierungswissen aus, die wir Gewissen nennen. Ihre Berechtigung ist Liebe.

3. Die Welt als Geltung

„Die Welt des Nutzens kann nicht die Welt der Menschen sein.“ (Laotse)

Tendenziell verführt der intersubjektiv gelebte Glaube an den Vorzug der Geltungsgewissheit (also mittels der geordneten Zeichen fest gehaltenen Wissens) zur notwendigen Regeltreue, die eine passive Orientierung perfektioniert und deshalb effizientes Handeln ermöglicht (Leistungsprinzip), aber alles Subjektive als nicht trivial Filtert und die somit konstruierte Wirklichkeit - von regelgestützten Organisationen - manipulierbar und folglich nicht mehr individuell erfahrbar (Medialität), also weitgehend subjektfeindlich und für Individuen nicht lebenswert macht. Diese Welt kann nicht die Welt der Menschen sein, sie ist die Welt der subjektfeindlichen Geltungssysteme.

3. Ich orientiere mich, also bin ich

„Je mehr ich weiß, umso mehr weiß ich, das ich nichts weiß.“ (Albert Einstein)

Der Spruch gilt für das Geltungswissen in einer Welt des Nutzens.

Ich weiß etwas nur insofern, als ich mich in meiner Lebenswelt orientiere.

4. Die Liebe heilt

[Die Chance zu sein ist die Chance auf Verwandlung]

Liebe ist Aufmerksamkeit, die das Potenzial des anderen bedingungslos – jenseits des Nutzens – anerkennt, ihm die Chance der Verwandlung öffnet.

Im Zustand der Verwandlung öffnen sich dem Menschen Leistungsquellen, die jedes Geltungssystem für sich nutzt.

Das Ausmaß, in dem der Liebe seitens der Geltungssysteme Verwandlungsberechtigung eingeräumt wird, hängt von dem jeweiligen Orientierungssystem ab.
Dementsprechend werden die Chancen auf Fortpflanzung, körperliche Selbstentfaltung (Verkörperung) oder auf Geltung (Verwirklichung) über die Liebe ausgetragen.

In den meisten Kulturen spaltet sich die Liebe im obligatorischen Koordinatensystem des Nutzens auf. Wer liebt, räumt Chancen ein, wer geliebt wird, trägt die Verantwortung.
Bereiche, in denen Verwaltung durch Liebe freigestellt wird, sind geltungsfreie Räume, die mit systemischen Verpflichtungen belastet werden (Systemantrieb).

Die autonome Orientierungsgewissheit (Gewissen) als Verwirklichungsprinzip hingegen befreit das Subjekt in seinem Orientierungspotenzial, was die triviale Wirkungswelt durch eine menschenorientierte Lebenswelt der Liebe ersetzt.

[Der ethische imperativ]

Handle stets so, dass deine Liebe wächst.
 
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Zeitgeist?  
10:02am 24/07/2008
 
 
leon_tsvasman
Was wir als Zeitgeist empfinden, ist lediglich eine Zeitnot.

Es bleibt uns nur noch eine winzige Chance auf humane Gesellschaft. Diese Chance, seit Jahrtausenden als eine Sehnsucht in Visionen gehütet, wird zugunsten eines Systems geopfert, das – zwar an Mensch als Ressource angewiesen – wesentlich menschenfeindlich ist.

Man lebt nicht als Mensch, solange man dem Flow nachgeht – einer Sucht, die Sinn vortäuscht. Es ist ein Daseinsmodus, das ein Netzwerk aus Leistung, Konsum, Spiel, Medien, Dingen und Substanzen unterhält, welches auf Kosten der menschlichen Lebensenergie wuchert.

Das Flow ist zwanghaft, weil es uns vor der Verantwortung hütet. Es verdichtet sich als eine Funktion des Systems, das um ihre Selbsterhaltung ringt. Es betäubt und könnte als berechtigt gelten, wenn nicht das einzige Manko: Das Flow muss fortbestehen, damit man sich nicht ernüchtern kann. Sonst fällt die von ihr durchsetzte Lebenswelt auseinander.

Das Flow macht abhängig, weil es zum Orientierungsersatz wurde. Außerdem ist es endlich, und wenn es endet, kommt der Schmerz.

Das Flow verbraucht die Lebensenergie der Menschen und greift ihren Wesen an. Das größte Problem unserer Zeit besteht darin, dass eine Geisteshaltung, die mittlerweile die gesamte Menschheit in ihren Bann gezogen hat, zum perfekten Orientierungsersatz geworden ist.

Als künstliches Werk, muss das Flow aufwändig erzeugt werden, und es verbraucht Ressourcen. Das Erzeugungsprozess hat Nebenwirkungen: Selbstentfremdung und Zerstörung der nachhaltigen Lebenswelt. Das „Natürliche“ macht ihr Potenzial aus. Eine künstliche Lebenswelt wäre ein vollkommenes Produkt des Systems, womit jede Potenzialität des Andersseins unwiderruflich schwinden würde. Die Folgen sind Armut, Kriege, Katastrophen, Selbstentfremdung, Orientierungslosigkeit.

(fortsetzung folgt)
 
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On Leon Tsvasman’s New Humanist Approach of the Social  
10:11am 04/04/2008
 
 
leon_tsvasman
From: Leon R. Tsvasman (2008), On the Viability of Being a “Self-Orienting Subject”. Constructivist Foundations (CF, ISSN 1782-348X) vol. 3, number 2, March 2008, pp. 84-86. [Here as lightly adopted & reviewed version 2.0.]

Key words: social cybernetics, non-voluntaristic concept [of sociality], non-analytic epistemology, consistent constructivist concept of the social, science as technology, knowledge as orientation, reality as medium of actualization.
Termini: autonomously orienting subject, value- and power-based systems, subject-hostile system emergence, subject and object constancies, inter-subjectivity, autonomously orienting subject, embodiment and actualization.
Related concepts: self-steering & self-regulation, second order cybernetics, conceptual semantics, consistent meta-science, love as principle.
Interdisciplinary relevance: meta-scientific concept of society, basics of new humanism, idea of human, individual emancipation, enlightenment, education.
Relevance for practice: social self-regulation, economy, politics, individual orientation, lifestyle, self-motivation, comprehension of society & individuality.

“Tsvasman’s view of the social is obviously far more sophisticated than my approach of conceptual semantics…” (Ernst von Glasersfeld)

The drive of “combining efforts”

To consider the basic assumptions, the only reasonable purpose of [human] inter-action seems to be to combine efforts (cumulating its drive inside the inter-subjectively objectified meanings in the form of “value” or “power”).
So the only motivation for social action on the part of the autonomously orienting subject is the viability of combining efforts.

The initial socialization includes, therefore, something like an “expectation of devotion,” which is not challenged later on, becoming a stable part of the so-called psychic or mental awareness of the initially-socialized subject. [… …]

By the term inter-subjectivity, I mean more than a purely communicative act, because it also implies the intentionality of intra-subjective operations, which is the subject of what we call “consciousness.” By analogy, intra-subjectivity should be used instead of “psychic or mental structure.”

The mainly self-evident possibility of combined efforts, without running the risk of provoking a subject to reassess his or her social awareness, is to objectify its necessity as an external order of things (externalization), which is then a “ready made ontological given, existing as such and independently of subjective experience” (von Glasersfeld 2008, §31). If we accept this concept, our world of living appears to be a medium of inter-subjectivity, and the “built-in” belief in reality is a medium of socialization.

The significant aspect is, furthermore, a kind of ban on autonomous orientation, which is immanent in social action.

“Actualization” as social technology

To be socialized one must first devote one’s potential as a subject of autonomous orientation to what we call “society,” which is supposed to be a self-evident emergence of cumulating efforts.

In the second step one must prepare oneself (through education etc.) for acting as a person who is able to operate in accordance with a certain set of validities (as certain values or powers that are cumulated in the appropriate objectified notions) in order to re-produce their authority.
This activity displaces the original drive towards autonomous orientation by using the energy destined for self-orienting (at the pre-social or biological level I would call “the level of embodiment”).

As a person, one must act according to the rules that constitute the technology (in the above-mentioned meaning) of actualization.

The origin of what we call “psychic” is therefore an experience of being dependant, in awareness of one’s potential as an autonomously orienting subject, but alienated by the initial socialization (for the purpose of actualization).

A hypothetical not-socialized subject will orient him- or herself autonomously for the biological purposes of self-maintenance and reproduction (I suggest calling these embodiment).
A socialized subject will act, by contrast, in accordance with its society’s set of
rules. The meta-subjective purpose of social acting is what I call actualization (“Verwirklichung”), which is therefore a certain mode of constructing reality, based on the objectification of the specific validities. (By this position,
I anticipate the possibility of alternative modes of constructing reality that would be still reason-legitimized but not necessarily technological – i.e trivializing, objectifying, re-producing and therefore analytical.)

Those “actualizations” (as the absolute purpose of combined efforts) seem to fit with the initial interest of a self-orienting subject – as a living organism or an acting individual – in a stable world of living which filters the not absorbable and, inasmuch, destructive energies (substantiated as hindrances). This initial interest explains the credit (the already mentioned devotion) that a self-orienting subject gives to that regulation which is required for socialization.

Conceiving the inter-subjective “validities”

Expecting a specific system of inter-subjectively validated “patterns” (applied here in the meaning implied in Simmel 1917), socialization suggests a set of rules for orientation for the involved subjects to be used as a kind of orientation-know-how. The latter fits that know-how of “trivialization” (in the meaning near to von Foerster 1998) that sustains the self-devotion of autonomous orientation.

My proposal is therefore to use the term “validity” when language-related (inter-subjectively trivialized and thus socially dominated) separations are meant.

Alienated from its usage in logic or statistics, this term denotes – besides the technological significance of the sociolinguistic perspective - both the economic aspect of “value” as well as the imperative aspect of “power.”

Subsequently the term “validity” means any consensually stable inter-subjective separations that link autonomous orientation for the needs of society. In this context “sociality” stands for a certain consensus of inter-subjectivity aimed at concentrating energies that have been diverted from individual orientation in order to construct a relatively stable world of living by creating, maintaining and managing “validities” inside a non-trivial “reality of ontological determinants.”

The term “validities” connotes, therefore, the determination mechanisms that are intrinsic in socialization. This implies the offer of autonomous orientation for the non-subjective needs of an inter-subjective construction of validities. (In this context the term also implies a strong aspect of attentiveness that is important for conceiving of the mechanisms of mediality).

A different perspective exposes the problem that can be observed if socially maintained validities emerge as autopoietic systems with their own interest in autonomy. In this case, any legitimization of validity becomes system-rational (reasonable in the terms of the systemic integrity), while no longer tied to individual orientation. The use of these validities to assemble reality is not obligatory for the subjects involved, hence I tend to define the “thinking subject” in general in the terms of his or her autonomy of orientation.

This non-analytic approach gives a good example of the interdisciplinary potential of “conceiving society.” It also is a basis for possibility of a consequent constructivist alternative to any system-centered, validity-rational or even subject-hostile socialization concepts.

The dictate of emerging “constancies”

The outlined view reveals dimensions hidden under the ingenious simplicity of von Glasersfeld’s solution. According to his vision, both “recognizable objects in the experiential field” and “others” appear as validities, confined by their constancy. The only difference between subject and object constancies seem to be linked to their potentiality as orientation-driven (subjects) and cumulaion-driven (objects). Subjectivity (of living humans), motivated by embodiment, is therefore dominated by the actualization of validities motivated by power. The subjects of social acting perceive each other to be “objective” because of constancy, strained by the validity-driven medialization (in the meaning of Tsvasman 2006) as “identities.”

A self-orienting subject has no intrinsic motivation to be constant and therefore “objective,” “real” or even “actual,” until involved in a certain inter-subjective action.

The only essential attitude of a self-orienting subject is potentiality. Even when socialized as “individuality” (or medialized as “identity”), the thinking subject remains no more than driven by autonomous orientation. The emergence of the orientation-driven validity-system (so-called “consciousness”) is structurally equivalent to the emergence of the cumulation-driven validity-system (which is “reality”).

Both appear to be products of socialization, a power-driven emergence of intersubjective validization. The intrinsic goal of socialization is therefore reality-construction, which maintains the experiential world, populated by persons who sustain validities according to the rules of communicative handling.

Being a certain mode of inter-subjectivity, the latter transforms the biological drive of embodiment into the power of actualization.

Source: Leon R. Tsvasman (2008), On the Viability of Being a “Self-Orienting Subject”. Constructivist Foundations (CF, ISSN 1782-348X) vol. 3, number 2, March 2008, pp. 84-86.

Literature:

Glasersfeld, E. von (2008), “Who Conceives of Society?”. Constructivist Foundations (CF, ISSN 1782-348X) vol. 3, number 2, March 2008

Tsvasman, L. R. (2006) Entries “Intersubjektivität,” “Orientierung,” and “Medialität.” In: Tsvasman, L. (ed.) Das Grosse Lexikon Medien und Kommunikation. Kompendium interdisziplinärer Konzepte. Ergon: Würzburg, pp. 176–179, 233–236, 292.

Simmel, G. (1917) Grundfragen der Soziologie. Individuum und Gesellschaft. Göschen’sche Verlagsbuchhandlung: Berlin.

Foerster, H. von & Pörksen, B. (1998) Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker. Carl-Auer-Systeme: Heidelberg.
 
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Subjektopferung und Verwaltungsodus  
12:20pm 11/05/2007
 
 
leon_tsvasman
In sog. Krisenzeiten opfern Menschen ihre Potentialität [Chancen/Möglichkeiten, Verwandlungskraft] zugunsten der Aktualität ihrer Geltung [Lebensunterhalt, soziale Anerkennung/Ehren], womit sie die s u b j e k t f e i n d l i c h e Systememergenz* [hier meint Systembegriff "ein Verwaltungsmodus", kein "natürliches" System] unterstützen. Und wenn Krisen überwunden werden, verbleibt die Innerz [der Subjektfeindlichen Systememergenz], die die Grundlagen des eigentlich Menschlichen [Potential und Geist, Erneuerungs- und Verwandlungskraft, Menschenwürde] zerstört.
 
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Die Welt als transsomatische Wirklichkeit (Entwurf)  
02:53pm 23/02/2007
 
 
leon_tsvasman
Als „transsomatische Wirklichkeit“ läßt sich unsere Welt differenztheoretisch (begrifflich) nur implizit komunizieren. Um über sie zu reden, ohne sich auf die gedankliche Krücke eines wie auch immer tradierten naivrealistischen Weltbildes (das konstante Entitäten vorsieht) stützen zu müssen, wären wenige (metadisziplinäre) Konzepte mindestens notwenig. Der Grunddiskurs liesse sich mit vier Begriffen abdecken: Intersubjektivität, Medialität, Geltung und Orientierung. Der alltagssprachlich weitgehend leere Begriff der Wirkung käme hinzu, durch funktionales Konzept der „Transomatik“ ersetzt, der eine zirkuläre Dichotomie polarer Emergenzen meint: der Infosomose (Verwirklichung) und der Ontosomose (Verkörperung).
Die Wirklichkeit wäre somit ein Medium der Transsomose. Sie basiere auf der zirkulären Anpassung (Orientierung) jener autonomen infosomatischen Emergenzen (Bewußtseinssysteme), die ein Modus der transsomatischen Verwirklichung verkörpern, das stabile Evidenzen (als Medien der intersubjektiven Orientierung) ermöglicht. Der von der differenzbasierten Eingrenzungsleistung abhängige Evidenzmodus ist auf die operationale Selektivität des transsomatischen Operators (des „realen Gehirns“) zurückzuführen. Die infosomatische Leistungsfähigkeit des „realen Gehirns“ ist indessen begrenzt, weil seine Ontosomose evidenzgebunden ist. Als trannsomatischer Modus, das zirkuläre Stabilität der trannsomatischen Schleife sichert, ist Evidenz die funktionale Determinante der Infosomose.

(Aus dem Entwurf zum Essay „Kybernetik der transsomatischen Wirklichkeit“)
 
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Explikation des Banalen: Gesundheit  
11:37am 19/10/2006
 
 
leon_tsvasman
In demselben Maße, in dem ein einzelner Mensch von anderen Menschen abhängt, ist körperliche Verfassung des Einzelnen von der gesellschaftlichen Verfassung bestimmt.
Dem emergenten Zusammenschluss Einzelner auf der Grundlage einer gemeinsamen Wirklichkeit verdankt man die Sicherung seiner eigenen Körperlichkeit.
Abgesehen davon, dass gemeinsames Handeln evolutionär nicht zu umgehen war, hat die Gesellschaft den modernen Menschen vollständig geformt. Und ein einzelner Mensch ist in jeder Hinsicht von der lokalen und zunhemend globalen Gesellschaft drammatisch abhängig - als defizitäres Ergebnis vorhergegangener Kulturen, der sprachlichen Kommunikation und der intersubjektiven Wirklichkeit, die seine Orientierung vollständig bestimmen.
Das sprachliche Konzept „Gesundheit“ ist eine Metapher, die besagt, dass eine körperliche Integrität nicht selbstverständlich sei, sondern ein Gut, für den man etwas intersubjektiv geltend machen (leisten) soll. Andererseits ist eine moderne Gesellschaft in der Lage, einem Einzelnen in demselben Maße Bedingungen für seine körperliche Integrität einzuräumen. Die scheinbare, auf die Sprache zurückzuführende, Trennung nach „biologisch“ und „sozial“ täuscht, denn es handelt sich um eine und die selbe Konstruktion.
 
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